Antidiskriminierung

Diskriminierung bezeichnet die Benachteiligung von Menschen aufgrund bestimmter Merkmale. Dem tritt die Antidiskriminierungspolitik der Europäischen Union bewusst entgegen. Antidiskriminierung steht im engen Zusammenhang mit Gender Mainstreaming und verfolgt den Abbau von Diskriminierung sowie die Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt. Zu Gender Mainstreaming gehören auch die Verwirklichung von echter Wahlfreiheit in der Lebensgestaltung sowie der Abbau von Benachteiligung aufgrund des Geschlechts. Das strategische Ziel ist die Gleichstellung der Geschlechter.

Rechtlich leiten sich beide Ansätze von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1948 ab, die allen Menschen gleiche Rechte einräumt. Mit der Unterzeichnung des Amsterdamer Vertrag 1997 haben sich die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) verpflichtet, Diskriminierungen aus Gründen des Geschlechts, der ethnischen Herkunft, der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung zu bekämpfen. 

Seit dem Jahre 2000 wurden zwei Antidiskriminierungsrichtlinien erlassen, die den Diskriminierungsschutz präzisieren. Sie betreffen das Arbeitsrecht, aber auch das Zivilrecht. Die am 7. Dezember 2000 unterzeichnete EU-Charta der Grundrechte bekräftigt das Verbot von Diskriminierungen und enthält die Verpflichtung, die Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Bereichen zu gewährleisten. 

Die Mitgliedstaaten der EU müssen für die Verwirklichung der Antidiskriminierung gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen. In Deutschland trat am 18. August 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft, mit dem Benachteiligungen verhindert oder beseitigt werden sollen. Der Schutz des AGG erstreckt sich auch auf Ungleichbehandlungen wegen Mehrfachdiskriminierungen. 

Sämtliche Staaten innerhalb der EU sind verpflichtet, nationale Gleichbehandlungsstellen einzurichten. Deutschland kommt der Verpflichtung durch die Einrichtung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) nach. Sie berät Menschen, die sich diskriminiert fühlen. Gleichzeitig gehört zu ihren Aufgaben, durch Öffentlichkeitsarbeit für die Akzeptanz des Gesetzes im Alltag und für die Achtung der Vielfalt der Menschen zu werben.

Im Januar 2012 hat die neue Antidiskriminierungsstelle des Landes Rheinland-Pfalz ihre Arbeit aufgenommen. Im Gegensatz zur Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist sie keine Anlaufstelle für betroffene Privatpersonen, sondern der zentrale Ansprechpartner für die Antidiskriminierungsverbände im Land.

Diversity Management

Der Begriff „Diversity“ beschreibt die Vielfalt dessen, worin sich Menschen unterscheiden oder ähneln. Besonders betrachtet werden individuelle Unterschiede, die die ethnische Herkunft, das Alter, die Religion, das Geschlecht, die sexuelle Orientierung und die körperliche Befähigung oder Einschränkung einbeziehen. 

Diversity Management ist ein Instrument der Personalentwicklung und wird überwiegend im privatwirtschaftlichen Bereich angewendet. Offenheit und Multikulturalität gehören zu den Grundsätzen der Strategie. Menschen sollen entsprechend ihren Unterschiedlichkeiten auch unterschiedlich behandelt und gefördert werden. Das setzt voraus, dass die vielfältigen Fähigkeiten und Potentiale, die vor dem Hintergrund unterschiedlicher Lebensentwürfe entstanden sind, systematisch wahrgenommen und anerkannt werden. Diversity Management ist demnach ein ganzheitliches Konzept im Umgang mit personellen Ressourcen, die im Sinne des Unternehmens und der Organisation optimal genutzt werden sollen.

Die Strategien Diversity Management und Gender Mainstreaming weisen Gemeinsamkeiten auf. Beide Konzepte knüpfen an vorhandene Potentiale von Menschen an und berücksichtigen Faktoren wie die ethnische Zugehörigkeit und soziale Lage. Insofern zielen beide Konzepte darauf ab, die Vielfalt und Unterschiede von Lebensweisen anzuerkennen und zu fördern.

Im Gegensatz zu Gender Mainstreaming stellt Diversity Management weniger deutlich gleichstellungspolitische Ziele und den Abbau von Geschlechterhierarchien in den Mittelpunkt. Vielmehr orientiert sich diese Strategie vorrangig an den ökonomischen Interessen und Zielen eines Unternehmens.

Erfolgreich verbinden lassen sich beide Strategien, wenn Diversity Management die Kategorie „Gender“ stärker berücksichtigt und mit anderen Diskriminierungsmerkmalen verknüpft.