Projekt movemen – geflüchtete Männer in Deutschland

Rund zwei Drittel der nach Deutschland flüchtenden Menschen sind männlich. Dementsprechend ist die Flüchtlingsthematik auch ein Männer- und Gleichstellungsthema. 

Das Bundesforum Männer hat mit finanzieller Förderung des  Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Projekt "Flucht, Migration, Integration - Geschlechterreflektierte Arbeit mit männlichen Flüchtlingen - movemen" realisiert. Ziel des Projekts war es, einen vorurteilsfreien Blick auf diese Gruppe zu eröffnen. Nach knapp drei Jahren Laufzeit wurden im Oktober 2018 Projektergebnisse und politische Handlungsempfehlungen der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Mit dem Projekt wurden bundesweit in acht Praxisprojekten Strukturen und Angebote für männliche Geflüchtete gefördert. In Workshops beschäftigten sich haupt- und ehrenamtlich Tätige in der Flüchtlingshilfe mit den Perspektiven, Stärken und Bedarfen von männlichen Geflüchteten.

Im Rahmen des Projektes wurde außerdem die Studie „Geflüchtete Männer in Deutschland – Bedarfe, Herausforderungen und Ressourcen“ erstellt. Hierfür wurden 85 geflüchtete Jungen und Männer, vorwiegend aus Syrien, Afghanistan und Eritrea zu den Themenbereichen soziale Kontakte, Wohnung und Unterbringung, Bildung und Arbeit sowie Familie und Gesundheit befragt. 

Das Projekt führte zu folgenden zentralen Erkenntnissen: 

Die Verletzbarkeit vieler geflüchteter Männer aufgrund ihrer Erfahrungen mit Krieg, Flucht und Gewalt und ihre enttäuschten Erwartungen in Deutschland finden häufig zu wenig Beachtung. Hinzu komme die Herausforderung, sich an andere Geschlechterrollen anzupassen. Diesem Spannungsfeld müsse durch männlichkeitssensible Arbeit professionell begegnet werden. Ein geschulter Blick auf Männer und gelebte Formen von Männlichkeit müsse durchgehend zu den fachlichen Standards gehören, um den Potenzialen und Bedürfnissen von geflüchteten Männern und Jungen gerecht zu werden.

Nähere Informationen zum Projekt „movemen“ finden Sie hier